Michel Rute (zu Skjoldenäs) war ein dänischer Adliger. Er wurde Ritter und Hauptmann zu Vordingborg in Süddänemark. 1397 war er sogar dänischer Hofmeister. Während des Krieges Zwischen Dänemark und Mecklenburg nahm er und seine Partner Güter vom preußischen Schiffer Volquin Vorsthuuse weg.

Leben

Namensvarianten: Michil Rute[1], Michel Rwt[2], Michel Ruth, Mikkel Rud.

Lebensdaten: Ist zuerst im Jahr 1386 aktenkundig geworden. Laut des Jahrbuch der dänischen Adels starb er vor dem 17. Juni 1402[3]. Daher sicher nicht identisch mit Michel Ruten.

Herkunft: Dänemark.

Tätigkeitsgebiet: Kattegat.

Verwandtschaft: Brüder: Stolcze Rute, Jens Rute[4]. 1395 waren Jens und Michel dänische Reichsratsmitglieder, Stolcze nicht[5]. Er war vielleicht früher gestorben.

Tätigkeiten

Aktivitäten als Fehdehelfer:

1393 klagten die preußischen Städte an die Dänen: 1380, während des Krieges zwischen Mecklenburg und Dänemark, hatten Michel Rute und seine Partner - darunter Herr Günther und Michels Bruder Stolcze Rute - eine Kogge voll von Gütern von einem Kaufmann namens Volquin Vorsthuuse weggenommen. Es passierte am Nacht in Öresund/Kattegat. Sie hatten die Güter danach nach Varberg auf der Schwedischen Westküste gebracht, wo die Königin Margarethe von Dänemark selbst zu dieser Zeit anwesend war[6]. Hier wurden die Güter zwischen den Dänen verteilt. Die Königin nahm selbst den größten Teil der Gewänder[7]. Der Wert der Güter war 40.312 Nobeln. 1394 wurde es wieder um diese Sache verhandelt. Diesmal erwarteten die preußische Städte aber, dass Swarte Schonighe das Geld bezahlte[8]. Er war also wahrscheinlich der Auftraggeber der Dänen.

Status: Ritter, dänisches Reichsratsmitglied, Hauptmann zu Vordinborg. 1397 Hofmeister.

Fahrgemeinschaften: Herr Günther, Stolcze Rute.

Auftraggeber: Swarte Schonighe?.

Angaben zu Schiff und Besatzung:

Sonstige Tätigkeiten:

Am 28. April 1391 schenkten Michel Rute und seine Frau Anna Pedersdatter Landgüter an Sorø Kloster. Die Landgüter sollten als Bezahlung für ihre Grabmähler und für ihre Seelsorge gelten[9].

Am 8. Februar 1394 bekräftigte Michel Rute, Hauptmann zu Vordingborg, dass zwei seiner Knaben selbst die Heringe gesalzt hatten, die sie nach Lübeck mitbrachten[10].

Am 13. Juli nahm er in der Krönung König Eriks von Dänemark, Norwegen und Schweden Teil. Hier schwor er den neuen König ewig Treue[11].

Am 5. Dezember 1397 trat Michel Rute als der Hofmeister König Eriks auf. Er und Lars Jensen zu Nykøbing zahlten im Namen des Königs 2000 Mark zu zwei Norddeutschen Fürsten[12].

In den folgenden Quellen taucht Michel Rute auf, aber nur als Zeuge, Unterzeichner, Verkäufer oder Käufer von Gütern/Höfen/Land o.Ä. (einige Quellen sind identisch):

  • HR: 1.4., Nr. 258 (1395: Skanör und Falsterbo, Schonen; MR unterzeichnet als Ritter und dänisches Reichsratsmitglied) & Nr. 262-263 (1395: Skanör und Falsterbo,...) & Nr. 490 (1398: Kopenhagen,...).
  • HUB: Bd. 5, Nr. 332 (1398: Kopenhagen,...).
  • Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch: Bd. 4, Nr. 1375 (1395, Lindholm, Schonen).
  • MUB: Bd. 22, Nr. 12739 (1395, Vordingborg) & Nr. 12788-12789 (1395: Lindholm, Schonen) & Bd. 23, Nr. 13338 (1398).
  • DD: 4.3., Nr. 229 (1387, Ringsted; MR huldigt Margarethe von Dänemark als Königin) & Nr. 234 (1387, Ringsted;...) & Nr. 240 (1387, Vordingborg) & 4.4., Nr. 305 (1390) & Nr. 368-369 (1391, Næstved) & Nr. 562 (1392, Landsting zu Seeland) & 4.5., Nr. 59 (1393) & Nr. 324 (1395, Vordingborg) & Nr. 384-385 (1395, Lindholm) & 4.6., Nr. 36 (1396) & Nr. 139 (1396) & Nr. 181 (1396) & Nr. 402 (1397, Søholm) & Nr. 419 (1397, Roskilde) & Nr. 510 (1398) & Nr. 624 (1398, Kopenhagen) & Nr. 627 (1398) & Nr. 637 (1398, Kopenhagen; König Erik vereinbart sich mit dem Hochmeister und den preußischen Städten) & 4.7., Nr. 270 (1400, Roskilde).

Sonstiges

25 Jahre nach Michel Rutes Tod (wenn man das Jahrbuch der dänischen Adels traut), tauchte ein Mann namens Michel Rute wieder in den deutschen Quellen auf. 1427 wechselte "Der (dänische) Hauptmann" Michel Rute und seine Gesellen - durch Verhandlungen mit den Hansen - Seite zu den Mecklenburgern, die im Krieg mit König Erik von Dänemark lagen[13]. Im Hansischen Urkundenbuch sind (fast) dieselbe Quellen zu finden. Die Herausgeber meinen hier die Hauptleute als "Freibeuter-Hauptmänner" erkannt zu haben[14].

1437 wurde ein Mann namens Michel Rute erwähnt. Die Quelle ist im Latein geschrieben, aber es kommt so vor, als ob er güter von einem Kaufmann weggenommen hatte.

Quellen

Die folgenden Quellensammlungen wurden durchgesucht ohne weiteres zu finden:

  • HR 1.1.-2.3.
  • DD 3.1-4.7.
  • MUB Bd. 14-25.
  • HUB Bd. 3-7.
  • Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch 1.2.-1.9.
  • Sattler, Karl: Handelsrechnungen des Deutschen Ordens (1887).
  • Preußisches Urkundenbuch Bd. 5-6.
  • Jenks, Stuart: Das Danziger Pfundzollbuch von 1409 und 1411 (2012).
  • Stieda, Wilhelm: Realer Zollbücher und -Quittungen des 14. Jahrhunderts (1887).

Literatur


Einzelnachweise

  1. HR 1.4., Nr. 185 § 8

  2. DD 4.6., Nr. 637

  3. DAA 1912:434

  4. DAA 1912:433 (Dieser Jens Rud ist der Vater der Brüder Mikkel und Jens; sie sind beide als seine Kinder aufgeschrieben

  5. MUB Bd. 22, Nr. 12739

  6. HR 1.4., Nr. 154 § 4. Hier ist vom Jahr 1386 die Rede, während in HR I.4, 185 §8, wo derselbe Fall behandelt wird, 1380 genannt wird. Im Diplomatarium Danicum ist das Jahr 1386 zu 1380 bereinigt: DD IV.5, 50 §4 (entspricht HR I.4, 154 §4).

  7. HR 1.4., Nr. 185 § 8 & DD 4.5., Nr. 138

  8. HR 1.4., Nr. 236 IV § 2

  9. DD 4.4., Nr. 389

  10. DD 4.5., Nr. 145

  11. DD 4.6., Nr. 344

  12. DD 4.6., Nr. 421

  13. HR 1.8., Nr. 129-130 & Nr. 336

  14. HUB Bd. 6, Nr. 694 & Nr. 712 & Nr. 728


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